Sehr geehrte Stadträte.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister.

 

Sie haben in der Stadtratssitzung am 25. September 2014 mehrheitlich für den Verkauf der CWG mbH gestimmt. Die Bürgerinitiative Colditz (BiC) hatte sich zum Wohle der Bürger gegen diesen Verkauf ausgesprochen und darüber hinaus schriftlich beantragt, dass der CWG–Verkauf nicht als Konsolidierungsmaßnahme im Haushaltstrukturkonzept aufgenommen wird.

Einige Probleme, die durch den Verkauf entstehen können, sind jetzt am Beispiel der ehemaligen AWG-Wohnungen in Colditz sichtbar: Es werden bereits zum wiederholten Male die Rechnungen des Grundversorgers für Trinkwasser vom Vermieter nicht beglichen, obwohl die Mieter ihre Mieten und Betriebsnebenkosten regelmäßig monatlich - also auch Abschlagszahlungen für den Versorgungsträger - zahlen. Die Mieter müssen permanent mit der Angst leben, dass die Grundversorgung von Wasser eingestellt wird. Manche fragen sich bereits, wie es im Winter mit der Heizung aussieht. Denken Sie an die älteren Menschen, die diese Situation überfordert, oder an die Familien mit kleinen Kinder bzw. Babys, die das Wasser und die Wärme dringend benötigen. Stellen Sie sich vor, es wäre Ihre Oma, Ihre Mutter oder vielleicht Ihr kleines Kind! Hätten Sie als Stadtrat so gestimmt, wenn Sie einer dieser Mieter gewesen wären?!

Die  Bürgerinitiative Colditz (BiC) möchte nochmals an die Vernunft aller Stadträte und des Bürgermeisters appellieren. Dieser Sachverhalt sollte nicht Schauplatz für politische Machtspielchen sein. Mit dem Verkauf können vielleicht vorerst die Alt-Schulden getilgt werden. Doch blickt man über den Tellerrand hinaus, werden Sie feststellen, dass bereits die nächsten Investitionen der Stadt Colditz Neu-Verbindlichkeiten bringen werden. Oder womit soll zum Beispiel ein neues Gewerbegebiet, Investitionen an Straßen, Schulen, Kindergärten uvm. finanziert werden.

Die Zukunft der Stadt Colditz liegt nicht im Verkauf der CWG mbH. Das kommunale Instrument der (sozialer) Regulierung bzw. kommunalen Einflussnahme sollte nicht aus der Hand gegeben werden. Ein Investor ist nur kurzfristig an einer Immobilie interessiert und will nicht über Jahre in die Wohnungen und das Umfeld investieren. Er sieht die Immobilien als kurzfristige Geldanlage, die bei dem nächsten gewinnbringenden Angebot weiterverkauft wird. Bei dem ersten Investor hat die Stadtverwaltung von Colditz vielleicht noch ein Mitspracherecht. Aber schon beim ersten Weiterverkauf wird auf die Belange der Stadt Colditz kein Wert gelegt.

Betrachten Sie die Lage objektiv oder informieren Sie sich über einen unabhängigen Berater. Die CWG mbH muss nicht verkauft werden – auch nicht deswegen, um die Stadt Colditz aus der finanziellen Lage zu bringen.

Wir möchten nicht die Initiatoren dieser Probleme sein:

Möchten Sie es sein?

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Sonja Schilde 

Vorsitzende der 

Bürgerinitiative Colditz (BiC)