Jirka Zschau, 07.03.2021

„Grüppchenbildung gibt es bei uns nicht“

Die Landesklasse-Kicker von Eintracht Sermuth hoffen auf einen baldigen Restart – zwei Neuzugänge an der Muldenvereinigung Sermuth.

Seit 2016 sind die Fußballer des SV Eintracht Sermuth schon fester Bestandteil der Landesklasse Nord. Das soll aus Vereinssicht weiterhin so bleiben. „Am liebsten natürlich auf

sportlichen Weg“, sagt der Sermuther Trainer Daniel Salomon, der im vergangenen Sommer an die Muldenvereinigung kam. „Aber ich glaube, dass meine erste Saison in Sermuth abgebrochen werden sollte“, so der 45-Jährige. Für Salomon wäre es die beste Lösung, zumal der weitere Saisonverlauf noch in den Sternen steht. „Selbst mit einer einfachen Hinrunde würde es schwierig werden, wenn wir erst wieder im April beginnen können.“ Zudem würde dazwischen eine mehr als viermonatige Zwangspause liegen. „So eine hat normalerweise gar kein Fußballer – erst recht nicht mitten in der Saison.“ Dass Salomons Team derzeit auf einem Abstiegsplatz überwintert, ist nur eine Momentaufnahme für ihn. „Die Mannschaft ist jung und hat das Potenzial, in der Liga künftig eine bessere Rolle zu spielen.“

Zwei weitere Spieler sollen in einer eventuellen Frühjahrsrunde dabei helfen. Die Sermuther haben Justin Brandl von der U 19 des Bornaer SV an die Muldenvereinigung gelockt. „Er ist ein Offensivspieler, der körperliche Präsenz mitbringt und nun seine ersten Erfahrungen im Männerbereich machen möchte“, so Salomon, der als Bornaer einen kurzen Draht zu seinem Neuzugang hatte. Der zweite bringt schon Erfahrung mit: Torwart André Stocklauser wechselt vom FC Eilenburg – wo er zuletzt noch teilweise im Oberliga-Kader stand – nach Sermuth. „Er ist zwar schon über 40 Jahre alt, hat aber immer noch seine Qualität, die er in der Landesklasse auch schon nachgewiesen hat.“

Nach einem größeren Umbruch im vergangenen Sommer soll damit nun eine Truppe für die kommenden Jahre aufgebaut werden, sagt Abteilungsleiter Jirka Zschau. „Wir führen bereits Gespräche bezüglich der neuen Saison und alle Jungs haben uns signalisiert, dass sie uns die Treue halten wollen – auch, wenn es zurück in die Kreisoberliga gehen würde.“ Ganz besonders freut den 49-jährigen Abteilungsleiter, dass inzwischen auch wieder einige Eigengewächse eine Rolle in der ersten Mannschaft spielen. Der Rest des Teams setzt sich mit Spielern aus Leipzig, Borna und Grimma zusammen. „Die jungen Spieler aus Grimma, die es nicht in den Oberliga-Kader schaffen, werden auch künftig für uns interessant sein“, so Zschau. Dass sich die neue Mannschaft im vergangenen Herbst erst finden musste, liege an der Natur der Sache bei einem neuen Trainer und nach einem Umbruch. „Mir ist besonders wichtig, dass die Chemie im Team und auch die Zusammenarbeit mit der zweiten Mannschaft stimmt“, sagt Daniel Salomon, der zuvor die U 19 beim FC Grimma trainiert hatte. „Nur wenn sich die Jungs mögen, kämpfen sie auch gemeinsam gegen Widerstände auf dem Platz an. Grüppchenbildung gibt es bei uns nicht.“ Bei den Leistungen und Ergebnissen hat im Herbst noch die Konstanz gefehlt. „Beim 3:1-Heimsieg gegen Krostitz machen wir ein tolles Spiel, und eine Woche später fragen wir uns beim 0:5 in Borna, wie so etwas zustande kommt.“

Der Trainer versammelt seine Jungs regelmäßig zu Online-Konferenzen, bei denen aktuelle Themen zur Sprache kommen. „Ein Kabinengespräch kann so etwas natürlich nicht ersetzen, aber auf diese Art haben wir auch eine kleine Weihnachtsfeier gemacht“, blickt Salomon zurück. Ob seine Männer sich auch alle fleißig fit halten, vermag er nicht einzuschätzen. „Im Männerbereich läuft da vieles auf Vertrauensbasis und wir werden sehen, wer mit einem kleinen Bauch zurückkehrt“, sagt der Coach schmunzelnd. Einen seiner Jungs hat er während des Pressetermins kurz gesehen. Ein Akteur holte seine Vereinssachen auf dem Sportgelände ab, um sie beim privaten Sport nutzen zu können.

Alles in der Hoffnung, dass es bald wieder losgeht. „Doch wir sind eher dafür, die Saison abzubrechen, nicht zu werten und dann die neue Serie schon früh im August zu beginnen, damit wir bis zum Oktober schon viele Spieltage geschafft haben“, sagt Jirka Zschau. Den Abteilungsleiter freut, dass es trotz der spielfreien Zeit keine Abmeldungen gegeben hat. 440 Mitglieder hat der Gesamtverein ungefähr, rund die Hälfte davon sind beim Fußball aktiv.

Robin Seidler LVZ


Quelle:Robin Seidler


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